Der Institutsleiter persönlich, Professor Heinz
Domeisen, hat uns sein Institut und dessen Wirken auf lebendige und
spannende Weise näher gebracht. So lernten wir, dass der Begriff
Mechatronik sich aus den beiden Wörtern Mechanik und Elektronik
zusammensetzt, aber auch die Informatik eine entscheidende Rolle
spielt. Das Institut legt den Fokus auf die Schnittstelle zwischen
Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik und stellt somit das
Bindeglied zwischen mehreren Studienrichtungen her.
Das IMA realisiert diverse Projekte für Kunden. Das
Kundenspektrum ist breit gefächert und reicht von der
Denkmalpflege über die einfache Gestaltung einer
Heizungbedienungseinheit bis zur Lösung von äusserst
anspruchsvollen Aufgaben aus der Industrie. Hierzu gehört auch ein
Greifarm für die Firma Feller, welche dank dieser Entwicklung
Arbeitsplätze in der Schweiz sichern konnte.
Daneben bietet das Institut auch Schnuppertage für
Sekundarschüler an. Im zweitägigien Workshop wird den
Schülern die Welt des Institutes auf praktische und spielerische
Weise näher gebracht.
Natürlich fehlte es auch nicht an eindrucksvollen
Vorführungen. Dabei fiel ganz besonders der GEKO auf, welcher
senkrecht die Fenster hoch gehen konnte. Beim GEKO handelt es sich um
einen kleinen Roboter mit 4 Saugnäpfen.
Der GEKO (links) und
die Kunst, ein Ball auf einem Rad zu balancieren
Nach einer interessanten Stunde wechselten wir ins
Hauptgebäude, wo die Roboter-Wettkämpfe stattfanden (im
Bereich der grossen Kopierer). Dort angelangt, wartete bereits eine
grosse Schar an interessierten Schaulustigen jeder Altersklasse auf den
Start der Wettkämpfe.
Die Wettkämpfe finden normalerweise im Rahmen der
EUROBOT statt, welche in Europa unter den Hochschulen die
Wettkämpfe autonomer Roboter organisiert. Jeden Herbst wird ein
neuer Wettkampf ausgeschrieben. Dieses Jahr war es Kegeln. Die
Teilnahme an EUROBOT hat für die HSR schon seit längerem
Tradition und es werden auch immer wieder top Platzierungen erreicht,
wie diese Jahr mit dem 7. Platz.
Im Rahmen dieser interdisziplinären Projekte
können die Studenten jeweils viele Erfahrungen sammeln. Von der
Projektleitung über die Teamarbeit bis hin zu
Schlafsacknächten im Keller des Institutes, war es immer wieder
eine grosse Bereicherung für alle Beteiligten.
An diesem Abend traten drei Teams an, beide HSR Teams und
das Team vom NTB. Ein Team besteht aus ca. vier Studenten.
Präsentation durch
Herrn Domeisen
Im Vorfeld wurden die Spielregeln, die Roboter und die
beteiligten Teams vorgestellt. Dies geschah zum einen durch
Vorführungen resp. Vorstellungen und zum anderen durch
anschauliche Videos und Präsentationen.
Mit etwas Verspätung startete nach 19h00 der erste,
lang ersehnte Wettkampf. Nach den zahlreichen Vorinformationen war die
Spannung äusserst gross, endlich zu sehen, welche Figur die
Roboter auf dem Spielfeld hinterlassen.
Wie aber muss man sich einen Roboter Wettkampf
vorstellen? Das Spielfeld ist etwa 2 auf 4 m gross, getrennt durch
einen Graben, welcher über zwei Brücken überwunden
werden kann. Auf der Heimseite stehen die beiden eigenen Roboter und
die eigenen Kegel. Ziel des Spieles ist, möglichst viele der
gegnerischen Kegel zu Boden zu werfen. Um dies umzusetzen, haben die
Teams mehrere Möglichkeiten. Sie können über die
Brücken zum Gegner fahren und die Kegel umwerfen. Die Brücken
und die Kegel werden jeweils bei Spielbeginn zufällig platziert.
Eine weiter Möglichkeit, um die gegnerischen Kegel zu Boden zu
bringen, ist das Schiessen von kleinen Bällen. Diese sind in
Grösse und Gewicht limitiert. Maximal dürfen 8 Bälle
geschossen werden. Das Team von Buchs hatte dazu so starke Federn
verwendet, dass diese nicht mehr ohne mechanische Hilfe gespannt werden
konnten. Zusätzlich ist es auch gestattet, umgefallenen Kegel
wieder aufzustellen.
Dies klingt alles seht interessant. Wie aber verhält
es sich nun auf dem Spielfeld? Ein Spiel dauert 90 Sekunden. Jedes Team
stellt zwei Roboter. Einen kleineren - ca. 40 cm hoch - für den
Angriff und einen etwas grösseren, für die Verteidigung und
zum Abschuss der Bälle. Je nach Gegner kann vor dem Start die
Strategie der Roboter noch angepasst werden.
Lassen wir aber nun den Startschuss knallen: innerhalb
der ersten 5 Sekunden wurden sämtliche Bälle abgefeuert und
in der Regel gleich etwa 70% der gegnerischen Kegel umgeschossen. In
den nachfolgenden 20 Sekunden versuchte der Angriffsroboter auf die
gegnerische Spielhälfte zu gelangen und der Verteidigungsroboter
versuchte die eigenen Kegel zu schützen resp. die gefallenen
aufzustellen. In den letzten 60 Sekunde geschah nicht mehr viel, da
sich die Roboter bald einmal in eine Sackgasse manövrierten.
Das Ganze Schauspiel war sehr eindrücklich. Ingesamt
fanden drei Spiele unter den Teams statt. Das Team NTB hatte an diesem
Abend leider einige technische Schwierigkeiten und wurde trotz einer
sehr guten Darbietung auf den dritten Platz verwiesen. An erster Stelle
klassierte sich das Team Sharks der HSR, knapp vor dem Team Megabot.
Spannender
Roboter-Wettkampf
Um 19h50 fand ein Apéro mit musikalischer
Begleitung der HSR Band statt. Der Apéro wurde vom ETR
gesponsert.
Während des Apéro’s bot sich die Gelegenheit
mit den Teams zu sprechen und die Roboter genauer auf deren
Funktionsweise und Strategie kennen zu lernen. Die Gespräche mit
den beteiligten Studenten waren sehr interessant und die erreichten
Ziele mit den bescheidenen Mitteln an Zeit und Geld äusserst
beeindruckend. Bravo, nur weiter so.
Etwa ein Dutzend der ETRler Crew traf sich anschliessend
zu einem gemütlichen Essen im Jakob, wo wir auf dem Hauptplatz das
Essen genossen und die erlebten Eindrücke im Team verarbeiten
konnten.