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Bericht des HSR-Robocups vom 16. Juni 2005

Bilder

Die Veranstaltung umfasste eine Führung durchs Institut für Mechatronik und Automatisierungstechnik, IMA, durch Herrn Domeisen sowie den Wettkampf der Roboter.

Von
Daniel Forrer, E97

Am Donnerstag dem 16. Juni, um 17h30 versammelte sich eine Gruppe von etwa 20 ETRlern. Besonders erfreulich war der hohe Anteil an Mädchen und Buben einiger ETR-Väter.

An diesem Abend war es sommerlich warm und einige junge Menschen genossen den angrenzenden See für eine erfrischende Abkühlung. In dieser herrlichen Abendstimmung stiegen unzählige schöne Erinnerungen an vergangene Tage an der HSR auf.

Der Abend startete mit einer Führung durch das Institut für Mechatronik und Automatisierungstechnik, IMA. Das IMA ist in den neuen Räumlichkeiten der HSR lokalisiert und verfügt über eine moderne Infrastruktur.


Der ETR war willkommen

Der Institutsleiter persönlich, Professor Heinz Domeisen, hat uns sein Institut und dessen Wirken auf lebendige und spannende Weise näher gebracht. So lernten wir, dass der Begriff Mechatronik sich aus den beiden Wörtern Mechanik und Elektronik zusammensetzt, aber auch die Informatik eine entscheidende Rolle spielt. Das Institut legt den Fokus auf die Schnittstelle zwischen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik und stellt somit das Bindeglied zwischen mehreren Studienrichtungen her.

Das IMA realisiert diverse Projekte für Kunden. Das Kundenspektrum ist breit gefächert und reicht von der Denkmalpflege über die einfache Gestaltung einer Heizungbedienungseinheit bis zur Lösung von äusserst anspruchsvollen Aufgaben aus der Industrie. Hierzu gehört auch ein Greifarm für die Firma Feller, welche dank dieser Entwicklung Arbeitsplätze in der Schweiz sichern konnte.

Daneben bietet das Institut auch Schnuppertage für Sekundarschüler an. Im zweitägigien Workshop wird den Schülern die Welt des Institutes auf praktische und spielerische Weise näher gebracht.

Natürlich fehlte es auch nicht an eindrucksvollen Vorführungen. Dabei fiel ganz besonders der GEKO auf, welcher senkrecht die Fenster hoch gehen konnte. Beim GEKO handelt es sich um einen kleinen Roboter mit 4 Saugnäpfen.


Der GEKO (links) und die Kunst, ein Ball auf einem Rad zu balancieren

Nach einer interessanten Stunde wechselten wir ins Hauptgebäude, wo die Roboter-Wettkämpfe stattfanden (im Bereich der grossen Kopierer). Dort angelangt, wartete bereits eine grosse Schar an interessierten Schaulustigen jeder Altersklasse auf den Start der Wettkämpfe.

Die Wettkämpfe finden normalerweise im Rahmen der EUROBOT statt, welche in Europa unter den Hochschulen die Wettkämpfe autonomer Roboter organisiert. Jeden Herbst wird ein neuer Wettkampf ausgeschrieben. Dieses Jahr war es Kegeln. Die Teilnahme an EUROBOT hat für die HSR schon seit längerem Tradition und es werden auch immer wieder top Platzierungen erreicht, wie diese Jahr mit dem 7. Platz.

Im Rahmen dieser interdisziplinären Projekte können die Studenten jeweils viele Erfahrungen sammeln. Von der Projektleitung über die Teamarbeit bis hin zu Schlafsacknächten im Keller des Institutes, war es immer wieder eine grosse Bereicherung für alle Beteiligten.

An diesem Abend traten drei Teams an, beide HSR Teams und das Team vom NTB. Ein Team besteht aus ca. vier Studenten.


Präsentation durch Herrn Domeisen

Im Vorfeld wurden die Spielregeln, die Roboter und die beteiligten Teams vorgestellt. Dies geschah zum einen durch Vorführungen resp. Vorstellungen und zum anderen durch anschauliche Videos und Präsentationen.

Mit etwas Verspätung startete nach 19h00 der erste, lang ersehnte Wettkampf. Nach den zahlreichen Vorinformationen war die Spannung äusserst gross, endlich zu sehen, welche Figur die Roboter auf dem Spielfeld hinterlassen.

Wie aber muss man sich einen Roboter Wettkampf vorstellen? Das Spielfeld ist etwa 2 auf 4 m gross, getrennt durch einen Graben, welcher über zwei Brücken überwunden werden kann. Auf der Heimseite stehen die beiden eigenen Roboter und die eigenen Kegel. Ziel des Spieles ist, möglichst viele der gegnerischen Kegel zu Boden zu werfen. Um dies umzusetzen, haben die Teams mehrere Möglichkeiten. Sie können über die Brücken zum Gegner fahren und die Kegel umwerfen. Die Brücken und die Kegel werden jeweils bei Spielbeginn zufällig platziert. Eine weiter Möglichkeit, um die gegnerischen Kegel zu Boden zu bringen, ist das Schiessen von kleinen Bällen. Diese sind in Grösse und Gewicht limitiert. Maximal dürfen 8 Bälle geschossen werden. Das Team von Buchs hatte dazu so starke Federn verwendet, dass diese nicht mehr ohne mechanische Hilfe gespannt werden konnten. Zusätzlich ist es auch gestattet, umgefallenen Kegel wieder aufzustellen.

Dies klingt alles seht interessant. Wie aber verhält es sich nun auf dem Spielfeld? Ein Spiel dauert 90 Sekunden. Jedes Team stellt zwei Roboter. Einen kleineren - ca. 40 cm hoch - für den Angriff und einen etwas grösseren, für die Verteidigung und zum Abschuss der Bälle. Je nach Gegner kann vor dem Start die Strategie der Roboter noch angepasst werden.

Lassen wir aber nun den Startschuss knallen: innerhalb der ersten 5 Sekunden wurden sämtliche Bälle abgefeuert und in der Regel gleich etwa 70% der gegnerischen Kegel umgeschossen. In den nachfolgenden 20 Sekunden versuchte der Angriffsroboter auf die gegnerische Spielhälfte zu gelangen und der Verteidigungsroboter versuchte die eigenen Kegel zu schützen resp. die gefallenen aufzustellen. In den letzten 60 Sekunde geschah nicht mehr viel, da sich die Roboter bald einmal in eine Sackgasse manövrierten.

Das Ganze Schauspiel war sehr eindrücklich. Ingesamt fanden drei Spiele unter den Teams statt. Das Team NTB hatte an diesem Abend leider einige technische Schwierigkeiten und wurde trotz einer sehr guten Darbietung auf den dritten Platz verwiesen. An erster Stelle klassierte sich das Team Sharks der HSR, knapp vor dem Team Megabot.


Spannender Roboter-Wettkampf

Um 19h50 fand ein Apéro mit musikalischer Begleitung der HSR Band statt. Der Apéro wurde vom ETR gesponsert.

Während des Apéro’s bot sich die Gelegenheit mit den Teams zu sprechen und die Roboter genauer auf deren Funktionsweise und Strategie kennen zu lernen. Die Gespräche mit den beteiligten Studenten waren sehr interessant und die erreichten Ziele mit den bescheidenen Mitteln an Zeit und Geld äusserst beeindruckend. Bravo, nur weiter so.

Etwa ein Dutzend der ETRler Crew traf sich anschliessend zu einem gemütlichen Essen im Jakob, wo wir auf dem Hauptplatz das Essen genossen und die erlebten Eindrücke im Team verarbeiten konnten.