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Zu Besuch in der Werft

Am 3.3.06 besuchen 40(!) ETR-Mitglieder die Werft Wollishofen; Hauptdarsteller sind die Raddampfer „Stadt Zürich“ und „Stadt Rapperswil“– doch in der Werft gibt es noch viel mehr zu entdecken.

Diaschau (neues Fenster)

Von Sven Kosik, I00

Die Führung startete mit einem Video über die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft, welches die meisten Fragen über Geschichte und Gegenwart der ZSG beantwortete. Unsere beiden Führer, beides erfahrene Dampfschiff-Bootsführer (Kapitäne gibt's nur auf dem Salzwasser), gaben uns anschliessend Einblick in ihren persönlichen Werdegang. Man beginnt als Matrose, arbeitet sich zum Kassier hoch und wird anschliessend Bootsführer für kleine, später für grosse und schliesslich für Dampfschiffe. Zwischen der ersten und der letzten Stufe liegen allerdings einige Dekaden.

Wir erfuhren auch, dass jeder Seebär sowohl einen nautischen Beruf im Sommer als auch ein Handwerk im Winter ausführt. Die Schiffe werden also von den gleichen Personen gewartet, repariert und gesteuert.

Etwas überrascht waren unsere Guides wohl von den technischen Fragen wie beispielsweise zum Russpartikelfilter. Beruhigt konnten wir feststellen, dass bereits ein Teil der Flotte damit ausgerüstet ist und weitere Schiffe nachgerüstet werden sollen.

Leider konnten wir keines der Dampfschiffe von innen bestaunen, da diese infolge Maler-, Bodenleger- und anderer Renovationsarbeiten nicht betretbar waren. Wir mussten also mit der *Wädenswil" vorlieb nehmen. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und besichtigten abwechselnd den Steuerstand und den Maschinenraum.

Grosse Steuerrädern mit gedrechselten Holzspeichen gehören der Vergangenheit an. Heute werden die Schiffe mit einen Finger am Joystick gesteuert. Schmunzelnd mussten wir feststellen, dass zur spartanischen Einrichtung des Kapitänshäuschens  neben diversen Kontroll und Navigationsinstrumenten die Mikrowelle einen sehr prominenten Platz belegt.

Der Maschinenraum ist in mehrere voneinander abgeschottete Bereiche aufgeteilt. Gleich beim Einstieg befindet sich die Wasseraufbereitungsanlage, welche das Seewasser in Trinkwasser umwandelt und in die Leitungen pumpt sowie die redundant ausgelegte Stromversorgung. Dahinter folgt der Motorenraum mit Antriebsmotor, Stromgeneratoren, Heizung und einem unübersichtlichen Gewirr aus Rohren und Leitungen.

Im zweiten Teil der Leitung besichtigten wir die Werkstatt der Werft und liessen uns Anhand eines Modells das Antriebsprinzip erklären. Motor und Welle laufen mit konstanter Drehzahl. Der Vortrieb wird nur durch Verstellen des Winkels der Schraubenblätter beeinflusst.

Zum Abschluss durften wir das Dampfschiff "Stadt Rapperswil" noch von Aussen respektive von unten besichtigen. Dieses war in der Werfthalle aufgedockt. Das andere Dampfschiff, die "Stadt Zürich" lag draussen auf dem Schiffshebewerk auf Stapel, wo unsere Seebären uns noch erklärten, wie man ein Schiff von fast 60 Metern Länge aus dem Wasser und wieder hinein bringt.

Auf der Website der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft http://www.zsg.ch findet man weitere Informationen zur und Einblicke in die Renovation der beiden Dampfschiffe, welche uns bei der Führung leider nicht gewährt wurden. Wenn man die Bilder sieht weiss man aber warum...