Von Sven Kosik, I00
Die Führung
startete mit einem Video über die Zürichsee
Schifffahrtsgesellschaft, welches die meisten Fragen über
Geschichte und Gegenwart der ZSG beantwortete. Unsere beiden
Führer, beides erfahrene Dampfschiff-Bootsführer
(Kapitäne gibt's nur auf dem Salzwasser), gaben uns anschliessend
Einblick in ihren persönlichen Werdegang. Man beginnt als Matrose,
arbeitet sich zum Kassier hoch und wird anschliessend Bootsführer
für kleine, später für grosse und schliesslich für
Dampfschiffe. Zwischen der ersten und der letzten Stufe liegen
allerdings einige Dekaden.
Wir erfuhren auch, dass
jeder Seebär sowohl einen nautischen Beruf im Sommer als auch ein
Handwerk im Winter ausführt. Die Schiffe werden also von den
gleichen Personen gewartet, repariert und gesteuert.
Etwas überrascht
waren unsere Guides wohl von den technischen Fragen wie beispielsweise
zum Russpartikelfilter. Beruhigt konnten wir feststellen, dass bereits
ein Teil der Flotte damit ausgerüstet ist und weitere Schiffe
nachgerüstet werden sollen.
Leider konnten wir
keines der Dampfschiffe von innen bestaunen, da diese infolge Maler-,
Bodenleger- und anderer Renovationsarbeiten nicht betretbar waren. Wir
mussten also mit der *Wädenswil" vorlieb nehmen. Wir teilten uns
in zwei Gruppen auf und besichtigten abwechselnd den Steuerstand und
den Maschinenraum.
Grosse Steuerrädern
mit gedrechselten Holzspeichen gehören der Vergangenheit an. Heute
werden die Schiffe mit einen Finger am Joystick gesteuert. Schmunzelnd
mussten wir feststellen, dass zur spartanischen Einrichtung des
Kapitänshäuschens neben diversen Kontroll und
Navigationsinstrumenten die Mikrowelle einen sehr prominenten Platz
belegt.
Der Maschinenraum ist in
mehrere voneinander abgeschottete Bereiche aufgeteilt. Gleich beim
Einstieg befindet sich die Wasseraufbereitungsanlage, welche das
Seewasser in Trinkwasser umwandelt und in die Leitungen pumpt sowie die
redundant ausgelegte Stromversorgung. Dahinter folgt der Motorenraum
mit Antriebsmotor, Stromgeneratoren, Heizung und einem
unübersichtlichen Gewirr aus Rohren und Leitungen.
Im zweiten Teil der
Leitung besichtigten wir die Werkstatt der Werft und liessen uns Anhand
eines Modells das Antriebsprinzip erklären. Motor und Welle laufen
mit konstanter Drehzahl. Der Vortrieb wird nur durch Verstellen des
Winkels der Schraubenblätter beeinflusst.
Zum Abschluss durften
wir das Dampfschiff "Stadt Rapperswil" noch von Aussen respektive von
unten besichtigen. Dieses war in der Werfthalle aufgedockt. Das andere
Dampfschiff, die "Stadt Zürich" lag draussen auf dem
Schiffshebewerk auf Stapel, wo unsere Seebären uns noch
erklärten, wie man ein Schiff von fast 60 Metern Länge aus
dem Wasser und wieder hinein bringt.
Auf der Website der
Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft http://www.zsg.ch
findet man weitere Informationen zur und Einblicke in die Renovation
der beiden Dampfschiffe, welche uns bei der Führung leider nicht
gewährt wurden. Wenn man die Bilder sieht weiss man aber warum...